Willkommen in Tübingen

Die Junior GBM Tübingen ist eine von momentan 25 Stadtgruppen, die in der bundesweiten Junior GBM organisiert sind. Wir in Tübingen haben derzeit 23 aktive Mitglieder – vom Bachelorstudenten bis zum Doktoranden. Unsere Mitglieder kommen aus den Fachdisziplinen Biochemie, Biologie, Bioinformatik und Pharmaceutical Sciences & Technologies.

Seit Oktober 2015 sind wir zudem auch eine Stadtgruppe im Verband für Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland, zu dem auch die GBM als Fachgesellschaft gehört.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, durch Exkursionen zu wissenschaftlichen Institutionen und in die Industrie die verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten in das Berufsleben aufzuzeigen. Über die Organisation von Seminaren und Workshops wollen wir die Möglichkeit geben, sich die für das Berufsleben nötigen Soft Skills anzueignen.

Interesse geweckt? Über weitere Mitglieder und Gäste auch aus anderen biowissenschaftlichen Bereichen würden wir uns sehr freuen. Melde Dich doch einfach per E-Mail, besuche uns auf Facebook oder schau bei unserem nächsten Treffen oder der nächsten Veranstaltung vorbei!

 

 

Berichte

Seminar Fördermittelanträge

Professor Ralf-Peter Jansen gab uns in seinem Vortrag zu „How to apply for grant fundings“ einen brillianten Einblick in das Verfahren und den Aufbau von Bewerbungen für Förderungsanträge. Er stellte uns verschiedene Gesellschaften vor, die Förderungsmittel bewilligen, und ging jeweils auf deren Vor- und Nachteile ein. Punkt für Punkt ging Professor Jansen auch auf den Aufbau der Antragsbewerbung ein und plauderte dabei aus dem Nähkästchen, was er jeweils als wichtig einschätzt. Unsere Seminarteilnehmer konnten sich damit eine sichere Struktur über Anträge und deren langwierige Planung verschaffen. Auch ein Überblick über die Unterschiede zwischen Bewerbungen für Förderungsmittel und Stipendien wurde uns gezeigt. Damit ein herzliches Dankeschön an Professor Jansen für einen so informativen Vortrag!

Ausfahrt zum NMI in Reutlingen

Am Freitag, den 05.05. besuchten wir mit 16 Studenten das Naturwissenschaftliche und Medizinische Institut an der Universität Tübingen in Reutlingen. Wir wurden herzlich von Dr. Oliver Pötz empfangen und erhielten einen kurzen Überblick über die Arbeitsbereiche des NMI.

Anschließend folgten Vorträge einiger Arbeitsgruppen des NMIs zu Themenbereichen, die von Bioanalytik über Elektrobiologie bis hin zur Digitalisierung des Western Blots reichten. Die Sprecher stellten sich nach den Vorträgen all unseren Fragen und es entstanden so interessante Diskussionen. Einige der Sprecher hatten neben der Forschung am Institut auch Erfahrungen in der Industrie gemacht, wodurch wir auch etwas über das Arbeitsleben in diesen verschiedenen Berufsrichtungen erfahren konnten.

Abschließend wurden wir durch ein paar Forschungslabore des Instituts geführt und beendeten diesen spannenden Nachmittag mit einem Gruppenfoto.

Besuch bei Roche Diagnostics Mannheim

Modern durch und durch: Roche ist wissenschaftlich wie gesellschaftlich auf der Höhe der Zeit

von Wolf Hirschmann

„Kiss and go“ - dieses charmante Schild begrüßte die junior-GBM Tübingen, als wir uns am 03. März 2017 zu einer Werksbesichtigung bei Roche in Mannheim einfanden. Anscheinend ist die für die Generation Y so wichtige work/life balance hier schon gut angekommen, denn Mitarbeiter aus einem Paar von zwei Berufstätigen können sich hier schnell und problemlos vom Partner bei der Arbeit absetzen und abholen lassen. So waren wir natürlich gespannt, wie es innen weitergeht - vor allem weil der Ausflug, organisiert von Milena Krach, unter dem Motto „Karrieremöglichkeiten außerhalb des Labors“ stand.

Ulrike von Eicke begrüßte uns in Mannheim auf einem von 90 Roche-Standorten weltweit, der Mitte der 80er-Jahre eröffnet wurde. Sie erzählte aus der Firmengeschichte; so wurde 1968 das zweite Standbein Diagnostik aufgebaut, um von da an parallel zur Medikamentenentwicklung geplant werden und koevolviert mitwachsen zu können. Dieser Ansatz mache Roche seit langem zu einem Key Player, der jährlich etwa 19 Millionen Menschen mit einem seiner 25 Top Seller "gesund machen hilft".

Frau von Eicke stellte wichtige Technologien aus dem aktuellen Produktportfolio vor, die uns angenehm bekannt aus der Uni vorkamen, so würden mit ECL und qPCR Teststäbchen für Hämatologie, Krebs- und Virusdiagnostik entwickelt. Der besondere Pfiff der industriellen Anwendung dieser Technologien sei die direkte Anwendbarkeit der erzeugten Produkte einerseits, und andererseits die Breite der Einsatzmöglichkeiten. Mit „Refletron“ lernten wir zum Beispiel den welt-ersten g-Kraft-festen handheld-self-analyzer kennen, der auch einen Flug ins All übersteht und dort auf der ISS in der Schwerelosigkeit eingesetzt werden kann. Als deutscher Hersteller fühle sich Roche neben der hohen Nachweisgüte nämlich auch Langlebigkeit und Qualität verpflichtet.

Clarissa Lenkl, eine Produktmanagerin für die beeindruckende qPCR-Sparte, gab uns einen spannenden Ausblick auf die vielfältigen Aufgaben, die in der Abteilung Marketing and Sales of Diagnostics auf Mitarbeiter warten. Frau Lenkl ist verantwortlich für die faszinierenden „cobas“-Systeme aus der Sparte In Vitro Diagnostics, die die Arbeitsschritte von der DNA-Extraktion bis zur PCR-Auswertung, die früher in drei Räumen stattfanden, in einem einzigen Gerät vereinigen können. Aber auch die Sparte Lab Developed Tests hält mit dem „LightCycler“-qPCR-Gerät Begeisterungspotential bereit.

Frau Lenkl betonte, dass sowohl mit Master wie mit Promotion anspruchsvolle Tätigkeiten winken, und erklärte, wie vielschichtig die Aufgabenbereiche in ihrer Abteilung ausfallen können. Für die Produktinformation müsse sie Experte in Funktionsweise und Troubleshooting ihrer Geräte sein, um Kollegen aus Verkauf und Service im Training auf dem neuesten Stand zu halten, aber auch gestalterisch an Verkaufsprospekten mitzuwirken. Daneben gleiche sie die Produktnachfrage mit der Verfügbarkeit ab und habe Kontakt mit dem Controlling für Inventarisierung und Buchhaltung. Sie diene als Ansprechpartner sowohl für Kunden und Entwickler für Verbesserungvorschläge, betreue aber auch Markteinführungen. Wir waren beeindruckt, wieviele spannende und verantwortungsvolle Aufgaben auch außerhalb der Universität wahrgenommen werden können.

Als Nächstes begeisterte uns der Head of Research and Development (Point of Care Solutions), Dr. Nikolas Herbert, in Vertretung für den leider verhinderten Dr. Thomas Lutz, mit seinen Einblicken in das Leben als Teamleiter in der Entwicklung. Er erzählte von seinem Werdegang als Doktorand im DKFZ, wo ihn die Beschäftigung mit Nierenzell-Karzinomen ans Interesse für Krebs-Biomarker heranführte. Diese Leidenschaft konnte er bei Roche in der Charakterisierung und Test-Entwicklung weiter verfolgen, zunächst als Group Leader (Assay Development), später dann als Development Leader. Früchte seiner Bemühungen seien innovative Teststreifen für ultraportable und praktische hand held - und bench top - Geräte, also zum Herumtragen oder im Labor aufstellen. Dank der von Dr. Herbert und seinem Team entwickelten Technologie können diese Teststreifen aus wenigen Tropfen Blut qualitativ und quantitativ Messungen von Biomarkern durchführen, weil ein sandwich-Immunassay inklusive Plasma-Auftrennung und interner Kontrolle auf einen Streifen passen. Parallelen in Innovation und Praxiswert zum von Frau von Eicke und Frau Lenkl vorgestellten „cobas“ LIAT (lab in a tube) bieten sich hier an.

Nicht nur die flexible Arbeitseinteilung, sondern auch die gute Atmosphäre in den Teams seien Pluspunkte beim Arbeitgeber Roche. Und auch als Forscher müsse man auf nichts verzichten, für Angestellte in Dr. Herberts Position winken jährliche Konferenz-Besuche und - Patentanmeldung vorausgesetzt - auch Kontakt mit Forschungskollegen.

Zum Abschluß bekamen wir von Frau von Eicke eine Führung über den Campus und durch eine Produktionshalle. Die Architektur des Geländes kann man insgesamt als sehr angenehm bezeichnen: Die neueren Gebäude sind klimafreundlich und weisen Innenhöfe mit Pflanzengärten auf, auch die älteren Bauwerke sind nicht zu hoch und wirken freundlich. Auch drinnen denke Roche für die TAs und Forscher mit: Ergonomik und Registratur profitierten gleichermaßen von elektronisch protokollierenden Chemikalien-Dispenser-Systemen, und trotz mehr Automatisierung im Labor leiden anscheinend nicht etwa die Arbeitsplätze, sondern es freue sich die Mitarbeitergesundheit. So ging ein interessanter Ausflug zu Ende, an dessen Ende einige Teilnehmer sich vorstellen, ab jetzt öfter die Augen offen zu halten, was es an spannenden Aufgaben jenseits der Universität für Biochemiker gibt.

 

Kontakt

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Vorstand des Wintersemesters 2016/2017:

Sprecher: Carolin Warnecke
Sprecher: Viktoria Anselm
Kassenwart: Lena-Marie Grünwald

Schriftführer: Caren Linnemann
Öffentlichkeitsarbeit: Nikolas Layer